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SAP-Berechtigungen

SAP-Systeme sind das digitale Rückgrat vieler Unternehmen. Damit die Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Effizienz gewährleistet ist, spielt ein durchdachtes Berechtigungskonzept eine zentrale Rolle.

Was sind SAP-Berechtigungen?

SAP-Berechtigungen (engl. Authorizations) regeln, was ein Benutzer im System sehen und ausführen darf. Dabei wird der Zugriff auf Transaktionen, Daten, Funktionen und Reports über ein feingranulares Berechtigungskonzept gesteuert. Grundlage bilden sogenannte Berechtigungsobjekte, die bestimmte Aktionen in Kombination mit Organisationseinheiten oder Datenfeldern definieren.

Woraus besteht ein SAP-Berechtigungskonzept?

Ein solides Berechtigungskonzept setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

KomponenteBeschreibung
BenutzerstammsatzZentrale Benutzerverwaltung mit persönlichen und sicherheitsrelevanten Daten
Rollen (PFCG)Rollen bündeln Berechtigungsobjekte und werden Benutzern zugeordnet
ProfileTechnische Übersetzung der Rollen für das Berechtigungssystem
BerechtigungsobjekteKombination aus Feldern wie Aktivität, Buchungskreis, Werk usw.
Organisatorische ZuordnungenEinschränkung auf Organisationseinheiten wie Buchungskreise oder Werke

Rollenverwaltung mit der Transaktion PFCG

Die Transaktion PFCG ist das Herzstück der Rollenpflege im SAP-System. Hier lassen sich Rollen anlegen, ändern und mit Transaktionen, Reports sowie Berechtigungen befüllen. Man unterscheidet:

  • Einzelrollen: Eine Sammlung spezifischer Berechtigungen
  • Sammelrollen: Setzen sich aus mehreren Einzelrollen zusammen
  • Ableitungen: Rollenvarianten für verschiedene Organisationseinheiten

SAP-Berechtigungen im Wandel – Was ist neu mit S/4HANA?

Mit der Einführung von SAP S/4HANA und der Fiori-Oberfläche verändert sich auch das Berechtigungsmanagement:

BereichÄnderung mit S/4HANA
Fiori AppsBerechtigungen steuern Zugriff auf Fiori-Kacheln über APP-IDs
CDS ViewsZugriffe auf Core Data Services erfolgen über analytische Berechtigungen
UI5-TechnologieTechnische Rollen für SAP GUI und Fiori müssen kombiniert verwaltet werden
SAP BRF+Business Rules Framework wird zur Steuerung von Workflows und Berechtigungen eingesetzt

Blogbeitrag: Berechtigungen in Fiori

FIORI Apps sind übersichtlich, leicht zu bedienen und ideal für mobile Endgeräte. Berechtigungen für FIORI funktionieren allerdings anders als bei den ERP-Transaktionen. Wir erzählen Ihnen, wie Sie zu einem guten Berechtigungskonzept kommen.

Typische Rollen und Berechtigungsobjekte

Aus der Praxis ergeben sich häufige Rollen mit entsprechenden Berechtigungen. Beispiele:

RolleTypische TransaktionenWichtige Berechtigungsobjekte
EinkäuferME21N, ME22N, ME23NM_BEST_BSA, M_BEST_EKG
BuchhalterFB60, F110, F-02F_BKPF_BUK, F_LFA1_APP
LagerverwalterMIGO, MB1C, LT01M_MSEG_WMB, L_LGNUM
HR-AdministratorPA30, PA20, PA40P_ORGIN, P_PERNR
SystemadministratorSU01, PFCG, ST01S_USER_GRP, S_USER_PRO

Organisatorische Einschränkungen

Eine besondere Stärke der SAP-Berechtigungen liegt in der Kombination aus Aktivität (z. B. Anzeigen, Ändern, Anlegen) und Organisationseinheit (z. B. Werk, Buchungskreis, Personalbereich). Diese Einschränkung erhöht die Sicherheit:

Beispiel: Ein Mitarbeiter darf nur Buchungen für den Buchungskreis 1000 ausführen, nicht aber für andere.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich fehlende Berechtigungen eines Benutzers?
Mit Transaktionen wie SU53 (letzte fehlgeschlagene Berechtigungsprüfung) oder ST01 (Systemtrace) können fehlende Objekte analysiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Rolle und Profil?
Die Rolle ist die organisatorische Einheit für Benutzerrechte. Das Profil ist die technische Übersetzung, die vom System zur Laufzeit verwendet wird.

Wie funktioniert die Massenpflege von Rollen?
Mit Tools wie PFCG_MASS_CHANGE oder dem SAP NetWeaver Identity Management lassen sich Rollen und Benutzer effizient in großen Mengen verwalten.

Best Practices für ein sicheres Berechtigungswesen

  • Prinzip der minimalen Rechtevergabe: Nur das gewähren, was notwendig ist.
  • Trennung von Funktionen (SoD): Kritische Kombinationen (z. B. Rechnung buchen + Zahlung auslösen) vermeiden.
  • Regelmäßige Rezertifizierung: Nutzerrollen periodisch überprüfen lassen.
  • Dokumentation & Nachvollziehbarkeit: Alle Änderungen an Rollen revisionssicher protokollieren.
  • Testumgebung verwenden: Neue Rollen vor Produktivsetzung in einer QA-Umgebung prüfen.

Tools zur Verwaltung und Analyse

SAP bietet eine Reihe von Tools zur Verwaltung und Analyse von Berechtigungen:

Tool / TransaktionFunktion
SU01/SU10Benutzerpflege (einzeln / massenweise)
PFCGRollenpflege
SUIMBenutzerinformationssystem
ST01Systemtrace für Berechtigungsprüfungen
SU53Analyse fehlgeschlagener Berechtigungen
GRC Access ControlErweiterte Governance- und Compliance-Tools

Herausforderungen bei der Berechtigungsvergabe

Die Komplexität der SAP-Berechtigungen kann zu diversen Problemen führen:

  • Überberechtigung durch Rollenvererbung oder schlechte Pflege
  • Fehlende Trennung von Verantwortlichkeiten
  • Mangelnde Dokumentation
  • Schwierige Nachvollziehbarkeit im Auditfall

Fazit: Warum ein gutes Berechtigungskonzept entscheidend ist

Ein durchdachtes Berechtigungswesen ist kein „Nice-to-have“, sondern essenziell für die IT-Sicherheit und Effizienz von SAP-Systemen. Es schützt sensible Daten, erfüllt gesetzliche Vorgaben und unterstützt reibungslose Geschäftsprozesse. Gerade mit der Umstellung auf S/4HANA ist es entscheidend, die bestehenden Konzepte auf den Prüfstand zu stellen und neu zu gestalten.