End-to-End Demoszenario von der Erstellung eines Prozessauftrages bis zum Wareneingang.
In der Prozessindustrie sind besondere Anforderungen an ein MES System gegeben. Produktionsprozesse sind komplex und es gelten besondere Qualitäts- und Nachweispflichten. Statt Produktionsaufträge und Arbeitspläne müssen komplexe Rezepte innerhalb von Prozessaufträgen verarbeitet werden können.
CONSILIO hat hierfür ein Demoszenario zur Aromaherstellung entwickelt. Über zwei Prozessstufen wird erst die Herstellung und anschließend die Abfüllung mit zwei Prozessaufträgen abgewickelt.
Stammdaten: Stücklisten
Folgende Abbildung zeigt den Aufbau der Stücklisten, welche das Demoszenario abbilden. Auf der obersten Stufe findet sich exemplarisch eine 1 L Flasche des abzufüllenden Aromas, welches aus der Flasche (Rohware) und dem entsprechenden HALB, der Aromagrundmasse, besteht. Die Aromagrundmasse selbst besteht aus mehreren Roh- bzw. Zukaufteilen.
Stammdaten: Rezepte
Folgende Abbildung zeigt den Aufbau der Planungsrezepte, welche das Demoszenario abbilden. Im ersten Schritt des Fertigungsprozess (1. Prozessauftrag) wird die Aromagrundmasse (Vanillie oder Haselnuss) hergestellt. Hierfür stehen zwei Reaktoren zur Verfügung. Im zweiten Schritt des Fertigungsprozess (2. Prozessauftrag) wird die Aromagrundmasse in Flaschen abgefüllt. Hierfür wird eine Abfüllstation verwendet.
Ein Prozessauftrag zur Herstellung der Haselnuss-Aromamasse wird im S4 angelegt (COR1), freigegeben und so automatisch ans DM übertragen. Innerhalb der DM findet sich der Auftrag innerhalb der App "Aufträge verwalten" und wird dort für die Produktion erneut freigegeben.
Die erste Phase des Prozessauftrags (Befüllung des Reaktors) wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) gestartet und die Echtzeit Statusänderung des Auftrages im S4 überprüft.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) eine Gutmenge rückgemeldet (in den Reaktor gefüllte Gesamtmasse), dadurch eine retrograde Entnahme ausgelöst und die Buchungen in Echtzeit im Prozessauftrag im S4 (COR3) überprüft.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) eine Leistungsverbuchung der Befüllungs-Phase durchgeführt (die Bearbeitungszeit dieser Phase rückgemeldet) und die Buchung in Echtzeit im Prozessauftrag im S4 (COR3) überprüft.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) die erste Phase des Prozessauftrages endrückgemeldet und die Buchung in Echtzeit im Prozessauftrag im S4 (COR3) überprüft.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) eine Arbeitsanweisungsliste, welche die benötigten Arbeitsschritte für eine Phase beschreibt und in Form von Bildern, Videos oder sogar 3D Animationen abbildbar ist, aufgerufen. In diesem Fall zeigt sie die notwendigen Schritte der Phase "Kochen". Außerdem wird eine Datenerfassung durchgeführt: Alle 15 Minuten sollen bestimmte Parameter der kochenden Masse gemessen und erfasst werden.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) eine Mengenrückmeldung inkl. Scrap und Abweichungsgrund der letzten Phase des Prozessauftrags (Abkühlen und Entleeren) durchgeführt. Anschließend wird eine Charge für das FERT-Material (Aromamasse Haselnuss) angelegt, der Wareneingang dieser gebucht und die Buchung in Echtzeit im PRAUFs im S4 (COR3) gezeigt.
In der DM wird innerhalb der Werkerführung (Auftrags-POD) die letzte Phase des Prozessauftrages (Abkühlen und Entleeren) endrückgemeldet und die entsprechende Statusänderung des PRAUFes auf "RÜCK" in Echtzeit im S4 (COR3) überprüft.
In der DM wird nach Abschluss des Prozessauftrages die DM-Insights Funktion des Auftrags- und PSN-Berichts genutzt um archivierte Daten sowie ein Produktionsprotokoll des abgeschlossenen Auftrags zu zeigen. Gespeichert werden z.b. verwendete Chargen, gebuchte Warenbewegungen inkl. Zeitstempel, aufgetretene Abweichungen, etc. Die Daten werden archiviert, können gedruckt oder per Mail versendet werden.
In einem neuen Prozessauftrag werden EWM verwaltete Komponenten verwendet um die Bereitstellungs- (Staging) Funktionalitäten der DM im Zusammenspiel mit einem ins S4 integrierten EWMs zu zeigen. Hierfür kommt die Standard DM-App "Bereitstellungen verwalten 2.0" zum Einsatz. Nach Freigabe des Auftrages wird eine Produktionsmaterialanforderung generiert und ans DM geschickt. Dort werden die Komponenten angefordert, was eine Umlagerung im EWM auslöst. Nach Ausführen des Stagings innerhalb vom S4 (/SCWM/MES_STAGE) werden die Komponenten ans DM gesendet, wo sich der Komponentenbestand auf dem entsprechenden PVB erhöht.
Für die Datenerfassung wird das Lesen von Maschinendaten, welche über einen OPC-UA Server bereitgestellt werden, per ins POD integrierten Button ausgelöst und einer "POD-Message" bereitgestellt. Diese Daten werden verwendet, um die geforderten Parameter in der Datenerfassung einzugeben. Im Hintergrund wird durch den Button ein sogenannter "Produktionsprozess" ausgelöst, welcher sich mit dem OPC-UA Server über einen SAP Production Connector verbindet und die entsprechenden TAGs an das POD zurück liefert.
Zum Blogeintrag "Maschinenanbindung mit DM"