Durch Einführung des SAP PP-Optimierers erlangt HARRY‘s eine höhere Planungsqualität, gesteigerte Versorgungssicherheit und signifikante Wirtschaftlichkeitsverbesserung.
Harry’s (heute Teil von Mammoth Brands) ist ein 2013 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen für Rasier- und Pflegeprodukte mit Sitz in New York. Die Vision der Gründer war und ist, hochwertige, einfach gestaltete Rasierer zu fairen Preisen anzubieten. Dazu übernahm Harry‘s 2014 die traditionsreiche Feintechnik GmbH in Eisfeld (Thüringen), einen seit 1920 führenden Hersteller von Rasierklingen und Rasursystemen in Europa und darüber hinaus.
Durch eine höhere Automatisierung in der bestehenden SAP-PP/DS-Landschaft wollte Harry‘s die Effizienz und Qualität seiner Produktionsplanung steigern. Dabei sollten transparente und reproduzierbare Planungsergebnisse als verlässliche Grundlage für Managemententscheidungen entstehen. Kurzfristige Feinplanung und langfristige Bestandsentwicklung sollten in einen ganzheitlichen Ansatz integriert werden. Ziel war eine robuste und zukunftssichere Planungslogik, die auch bei wachsender Komplexität zuverlässig funktioniert.
Harry‘s nutzte SAP PP/DS bereits produktiv; zentrale Transaktionen wie Feinplantafel und Produktsicht bildeten die Basis der operativen Planung.
Der Planungsprozess war jedoch stark manuell geprägt. Die Auswahl von Bezugsquellen sowie die Lastverteilung auf mehrere Ressourcen erforderten zahlreiche manuelle Eingriffe. Eine durchgängige, automatisierte Planung über mehrere Fertigungsstufen hinweg war nicht vorhanden.
Es fehlte ein leistungsfähiges Werkzeug, das auf Basis definierter Restriktionen Bezugsquellen auswählt, Planaufträge automatisch erzeugt und finit plant. Neben der kurzfristigen Termin- und Kapazitätsplanung lag der Fokus dabei auf einer stabilen, wirtschaftlichen Bestandsentwicklung über den gesamten Planungshorizont.
Inhalt des Projekts war die gezielte Weiterentwicklung der bestehenden SAP-PP/DS-Landschaft mit dem Fokus auf höherer Automatisierung und Planungsqualität. Dabei sollte die vorhandene Lösung konsequent um moderne Optimierungsfunktionen erweitert werden.
Im Mittelpunkt stand der Aufbau einer mehrstufigen, automatisierten Planung, die kurzfristige Feinplanung und langfristige Bestandsziele gleichermaßen berücksichtigt. Die Planung sollte auf klar definierten Restriktionen und betriebswirtschaftlichen Zielgrößen basieren sowie transparente und reproduzierbare Ergebnisse liefern.
Ein wesentliches Ziel war zudem die Entlastung der Planer von manuellen Routinetätigkeiten. Durch die automatische Bezugsquellenauswahl sollte sich die Rolle der Disposition stärker auf Überwachung, Bewertung und gezielte Steuerung konzentrieren. Darüber hinaus sollte eine robuste und zukunftssichere Planungslogik geschaffen werden, die auch bei steigender Komplexität und wachsenden Volumina stabile Ergebnisse liefert.


Zur Lösung dieser Anforderungen wurde der neue PP-Optimierer der SAP evaluiert und eingeführt. Ausschlaggebend war dessen Fähigkeit, Planaufträge automatisch mit geeigneten Losgrößen und Zeitrastern zu erzeugen sowie eine kostenbasierte Bezugsquellenauswahl durchzuführen. Gerade diese Kombination war für die komplexe Planungssituation bei Harry‘s von zentraler Bedeutung.
Im Projektverlauf wurden iterativ verschiedene Optimiererprofile, Restriktionen, Zeitraster und Losgrößeneinstellungen definiert, getestet und bewertet. Die vom PP-Optimierer erzeugten Planungsergebnisse wurden kontinuierlich analysiert, bis ein stabiles und fachlich überzeugendes Ergebnis erreicht war.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Kostenmodell. Aufgrund der hohen Komplexität der Planungslogik wurde auf die automatische Kostengenerierung verzichtet. Stattdessen wurden relevante Kostenparameter manuell definiert und aufeinander abgestimmt, um sicherzustellen, dass die Optimierung den betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen entspricht.
Zum Einsatz kamen dabei unter anderem folgende Kostenarten:
Im Anschluss an die bucketfinite Optimierung erfolgte eine zeitkontinuierliche, finite Glättung der Planung mit dem PP/DS-Optimierer. Dieser arbeitete mit einem deutlich kürzeren Planungshorizont als der vorgelagerte PP-Optimierer, wodurch die Laufzeiten reduziert wurden. Die Optimierung erfolgte stufenweise und ohne Berücksichtigung von Aufträgen auf vorgelagerten Produktionsstufen, um eine stabile und transparente Feinplanung je Fertigungsstufe zu gewährleisten.