Der Produktkostensammler ist ein Kostenträger im periodischen Produkt-Controlling in SAP. Zweck des Produktkostensammlers ist es, die im Fertigungsprozess eines Materials anfallenden Ist-Kosten einer Abrechnungsperiode zu sammeln.
Bei Einsatz des Produktkostensammlers fungiert das Produkt selbst als Hauptkostenträger. Neben den Ist-Kosten werden auch die Soll-Kosten erfasst, sodass auf dieser Basis periodengerecht Herstellkosten, Gemeinkosten, Bestände an unfertigen Erzeugnissen (WIP) sowie Abweichungen je Produktkostensammler ermittelt werden können.
In SAP kann der Produktkostensammler für ein Material, Werk und Fertigungsprozess angelegt werden. Zentrale Steuerungsgröße ist die Controlling-Ebene, die das Mengengerüst definiert (z. B. Fertigungsversion oder Stückliste/Arbeitsplan) und beim Anlegen festgelegt wird.
| Transaktion | Zweck |
| KKF6N | Produktkostensammler anlegen/bearbeiten/anzeigen |
| KKF6M | Sammelerfassung für Serienfertigung |
| MF30 | Vorkalkulation Produktkostensammler |
| KK87 | Ist-Abrechnung Produktkostensammler |
| CO88 | Ist-Abrechnung Fertigungs-/Prozessaufträge |
| Tabelle | Beschreibung |
| AUFK | Auftragsstammdaten |
| AFKO | Kopfdaten zum Produktkostensammler |
| AFPO | Auftragspositionen |
In SAP ist der Produktkostensammler fertigungsartunabhängig einsetzbar und eignet sich immer dann, wenn eine periodische Kostenanalyse anstelle einer losbezogenen Betrachtung gewünscht ist. Er kann in der Auftragsfertigung (Fertigungsaufträge), Prozessfertigung (Prozessaufträge) sowie in der Serienfertigung eingesetzt werden. In der Serienfertigung ist der Produktkostensammler grundsätzlich als Kostenträger zu verwenden.
Bei Auftragssplits sind Mutter- und Tochterauftrag zwingend demselben Produktkostensammler zuzuordnen. Ebenso ist der Einsatz in der kundenauftragsbezogenen Massenfertigung (bei bewertetem Kundenauftragsbestand und Serienfertigungskennzeichen im Materialstamm) zulässig.
Ein wesentlicher Nutzen liegt in der reduzierten Anzahl an Kostenträgern gegenüber dem auftragsbezogenen Produkt-Controlling, was Vorteile in der Transparenz, Steuerung und Durchführung im Periodenabschluss und Berichtswesen ermöglicht.
Fertigungsaufträge können so konfiguriert werden, dass die Kosten direkt auf dem Produktkostensammler gesammelt werden (Status PKSA). In diesem Fall sind zentrale Steuerungsfelder (z. B. Istkalkulationsvariante, Abweichungsschlüssel, Zuschlagsschlüssel, Profitcenter) im Produktkostensammler führend. Eine Änderung der Zuordnung ist nur möglich, solange noch keine kostenverursachenden Buchungen erfolgt sind.
Nicht geeignet ist der Produktkostensammler u. a. für Projektfertigung, Auftragsnetze sowie bestimmte Ausprägungen der Kundenauftragsfertigung.