Seit 1920 steht die Feintechnik GmbH in Eisfeld für Rasierbedarf auf Weltklasse-Niveau. Was vor über hundert Jahren als Zentrum hochwertiger Handwerkskunst begann, hat sich zu einem hochmodernen Eckpfeiler der globalen Grooming-Industrie entwickelt. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 2014, als das New Yorker Start-up Harry’s das Unternehmen übernahm. Diese Verbindung aus „Old Economy“ und modernem Innovationsgeist ist bis heute einmalig: Eisfeld ist heute der weltweit einzige Produktionsstandort für Harry’s Rasierklingen und -systeme.
Als Teil der globalen Organisation von Mammoth Brands fertigt die Feintechnik GmbH Eisfeld mit rund 430 Mitarbeitenden im Dreischichtbetrieb für internationale Märkte, insbesondere für Nordamerika. Um den steigenden Planungsanforderungen und der Komplexität der mehrstufigen Fertigung gerecht zu werden, entschied sich das Traditionsunternehmen, seine Produktionsplanung gemeinsam mit CONSILIO zukunftssicher aufzustellen und durch den SAP PP-Optimierer umfassend zu automatisieren.

Harry’s Feintechnik betreibt SAP PP/DS bereits erfolgreich im Tagesgeschäft. Feinplantafel und Produktsicht bilden die operative Planungsbasis und sichern die Transparenz in der Fertigung.
Dennoch ließ der Prozess in punkto Effizienz zu wünschen übrig. Grund: Es bestand ein hoher manueller Aufwand bei der Bezugsquellenauswahl und Kapazitätsverteilung. Er band wertvolle Planerkapazitäten und wirkte sich dadurch negativ auf die Effizienz aus. Eine echte durchgängige Automatisierung über mehrere Fertigungsstufen fehlte.
Aus Management-Sicht fehlte daher ein strategisches Planungswerkzeug, das
Das Ziel der Unternehmensführung war daher, manuelle Eingriffe deutlich zu reduzieren und parallel dazu eine höhere Planungsqualität, gesteigerte Versorgungssicherheit und signifikante Wirtschaftlichkeitsverbesserung durch geringere Sicherheitsbestände sowie eine optimierte Ressourcennutzung zu gewährleisten.
Da bei Harry’s Feintechnik bereits SAP PP/DS bereits produktiv und solide lief, sollte die vorhandene Feinplanung konsequent weiterentwickelt werden, um den Automatisierungsgrad deutlich anzuheben – für höhere Planungsqualität, Reproduzierbarkeit und betriebswirtschaftliche Treffsicherheit.
Im Kern dachten die Verantwortlichen daran, eine mehrstufige, regelbasierte Planung zu etablieren, die kurzfristige Feinplanung und langfristig stabile Bestandsverläufe gleichermaßen beherrscht. Die Planer sollten von zeitraubenden Routineeingriffen entlastet werden – insbesondere bei der Bezugsquellenauswahl und Losgrößenbildung –, sodass sie sich auf Ausnahmebehandlung, Bewertung und gezielte Steuerung konzentrieren können. Gleichzeitig sollte die neue Logik robust und skalierbar sein, um auch bei wachsendem Volumen und steigender Komplexität konstant leistungsfähig zu bleiben.
Im Austausch mit dem Implementierungs-Partner CONSILIO identifizierten die Eisfelder als zentrale Lösung für ihre Herausforderung den SAP PP-Optimierer. Seine Stärke: automatische Auftragserzeugung in wirtschaftlich optimalen Losgrößen, kostengetriebene Bezugsquellenentscheidung sowie eine echte mehrstufige bucketfinite Planung über den gesamten Planungshorizont.
Weil die Standard-Kostengenerierung im PP-Optimierer die betriebliche Komplexität nicht abbilden konnte, wurde mit dem Fachbereich ein maßgeschneidertes Kostenmodell manuell aufgebaut – mit gezielten Strafkosten für Überbestände, Unterschreitungen des Sicherheitsbestands, Verspätungen und Fehllieferungen sowie variablen Produktionskosten. Dieses Modell wurde iterativ kalibriert, bis die Optimierungsergebnisse fachlich und wirtschaftlich überzeugten.
Die Planung läuft nun zweistufig: Zunächst sorgt der PP-Optimierer mit langem Horizont für die kostenoptimierte Grobplanung inklusive automatischer Auftragsgenerierung. Anschließend übernimmt der PP/DS-Optimierer mit deutlich kürzerem Horizont die zeitkontinuierliche, finite Feinplanung und Glättung.
Das Ergebnis ist eine deutlich automatisierte, transparente und zukunftssichere Planung innerhalb der bestehenden SAP-Landschaft. Die manuellen Eingriffe konnten dadurch erheblich gesenkt werden, wobei die Planungsqualität spürbar stieg, Zudem bewegen sich die Bestände jetzt langfristig in einem definierten, wirtschaftlich optimalen Korridor – und das Unternehmen gewinnt Versorgungssicherheit bei gleichzeitig besserer Ressourcennutzung und reduzierten Sicherheitsbeständen.
Mit der Einführung des SAP PP-Optimierers in Kombination mit dem PP/DS-Optimierer hat Harry’s Feintechnik einen entscheidenden strategischen Schritt hin zu einer durchgängig automatisierten und integrierten Produktionsplanung vollzogen. Die zweistufige Lösung verbindet eine langfristige, kostenbasierte bucketfinite Grobplanung mit einer nachgelagerten zeitkontinuierlichen Feinplanung – und schafft so eine echte End-to-End-Planungskette über alle Fertigungsstufen hinweg. Dadurch sinken nicht nur die manuellen Eingriffe deutlich, sondern auch die Planungsqualität und Reproduzierbarkeit steigen parallel dazu erheblich an, während die Bestände langfristig stabil und wirtschaftlich optimal gehalten werden. Das Unternehmen gewinnt dadurch spürbar an Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Resilienz – ein klarer Wettbewerbsvorteil in einer zunehmend volatilen Produktionsumgebung.