Die WAGO GmbH & Co. KG, ansässig in Minden (Nordrhein-Westfalen), ist ein weltweit führendes Familienunternehmen in der elektrischen Verbindungstechnik und Automatisierung. Gegründet 1951 von Heinrich Nagel und Friedrich Hohorst, erwarben sie das Patent 838778 für schraublose Federklemmen von den Erfindern Wagner und Olbricht. Das Unternehmen startete als WAGO Klemmenwerk GmbH und präsentierte auf der Hannover Messe 1951 erfolgreich seine ersten Klemmen.
Mitte der 1960er Jahre optimierte Wolfgang Hohorst, Sohn von Friedrich, die Materialien mit einem Wechsel von Duroplast zu Polyamid 6.6. Es folgten weitere Entwicklungen wie Steckverbinder und lötbare Klemmen für Leiterplatten, was den Einstieg in die Leuchtenindustrie ermöglichte. Weitere Innovationen waren außerdem die VDE-Zulassung für Federklemmen und die Dosenklemme 273 für Elektroinstallationen. Ende der 70er etablierte WAGO mit der Cage-Clamp-Technik – das sind vibrationssichere Käfigzugfedern ohne Zusatzteile – den Industriestandard für elektrische Anschlüsse.
WAGO ist heute ein weltweit führender Anbieter von Komponenten für die elektrische Verbindungstechnik sowie elektronische Bauteile für die Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ist mit ca. 9.000 Mitarbeitern, 1,24 Mrd. Euro Umsatz und rund 80 Standorten weltweit aktiv.
Bis vor Kurzem bestritt WAGO seine globale Planung noch im BI und in lokalen Exceldateien. Zunehmend stellte sich jedoch heraus, dass diese Planungs-Tools an ihre Grenzen stoßen – vor allem, wenn man die Skalierbarkeit in den Fokus rückte. Um mit dem Wachstum des Unternehmens Schritt halten zu können, braucht es eine einheitliche, integrierte Lösung für alle Sales- und Demand Planungsprozesse.
Aufgrund der Restriktionen der bisher verwendeten Tools und weil man sich bei WAGO darauf verständigt hatte, die Planung auf ein neues Level zu heben, besuchten die Verantwortlichen einen CONSILIO Summit. Das Ziel der mehrtägigen Veranstaltung war, Entscheidern aus den unterschiedlichen Fachabteilungen und Unternehmensbereichen dabei zu helfen, den richtigen Weg bei der digitalen Transformation einzuschlagen. Neben Fachvorträgen von SAP und der eigenen SAP-Spezialisten stellte CONSILIO Roadmaps und Lösungen vor und namhafte Kunden wie Follmann Chemie, Rehau, Rudolf Chemie, Packsys Global oder Getzner berichteten exklusiv aus bereits beendeten, angelaufenen oder noch geplanten Transformations-Projekten.
Aufgrund der hohen Qualität der Vorträge hakten die WAGO-Experten bei CONSILIO nach und beauftragten nach einem tiefergehenden Gespräch Workshops mit CONSILIO im Januar/Februar und Frühsommer 2023. In diesen Workshops wurde mit den Teams aus der Supply-Chain, dem Vertrieb und dem Finanzmanagement die Notwendigkeit einer globalen integrierten Planung festgestellt. Das Ziel: Einstieg in SAP IBP als natives Tool, um Demand- und Supply-Prozesse zu harmonisieren und fit für die Zukunft zu machen.
Im Demand-Bereich wurden zunächst parallele Prozesse im mengenbasierten Demand Planning und monetären Sales Planning in SAP IBP integriert – inklusive Budgetplanung – diese Bereiche sind bereits live gegangen. Der monatlich rollierende Sales Planungsprozess soll im Februar 2026 folgen. Hierbei handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, der die rollierende Bedarfsprognose und Absatzplanung mit der Produktionsplanung integriert, Erfolge umfasst sowie die Vergleichbarkeit von Vertriebs- und Mengenbedarfsdaten ermöglicht. Das erlaubt eine verbesserte Abstimmung zwischen Vertrieb und Planung sowie eine nahtlose ERP-Integration für die Rückübertragung von Vorplanbedarfen.
Bereits jetzt profitiert WAGO von den Vorteilen von IBP for Demand. So lässt sich allein durch die IBP-Algorithmen (z. B. automatische Forecast-Optimierung) und unter Einbeziehung eines extern ermittelten AI-Forecasts eine verbesserte Prognosegenauigkeit feststellen. Auch trägt die Einführung des IBPs in großem Maße zur Förderung der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit und Transparenz bei und ermöglicht eine deutliche Steigerung der Effizienz in der Planung durch ein modernes Task- und Prozessmanagement.
Der Rollout der IBP-Module erfolgte simultan in allen Ländern mit rund 900 bis 1.000 Usern über 48 Werke – das ist keine Kleinigkeit, wie die CONSILIO-Experten konstatieren.
Die nächsten Meilensteine sind der Go-Live der rollierenden Sales Planung im Februar 2026 und danach wird das Supply Chain Planning durch weitere Module (IBP for Response & Supply) vervollständigt. Die Gesamtprojektlaufzeit beträgt rund zwei Jahre, wobei der Demand-Teil seit einem Jahr in Arbeit und nahezu abgeschlossen ist.