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Smart Invoicing
in S/4HANA

16. Juli 2026

Smart Invoicing in der SAP Cloud ERP (Public Cloud) - Teil II: moderne Ausgabesteuerung praxisnah erklärt

Mit der SAP Cloud ERP hat SAP das Thema Output- und Rechnungsversand grundlegend modernisiert. Das betrifft Kanäle, Formate, Monitoring – und nicht zuletzt die Formulartechnologie. Dieser Beitrag zeigt, was Smart Invoicing in der SAP Cloud ERP konkret bedeutet und worauf Anwender und Projektteams achten sollten.

Rechnungen sind mehr als ein PDF im Anhang einer E-Mail. Sie sind rechtlich relevante Dokumente, Auslöser für Zahlungsprozesse und oft auch Startpunkt für elektronische Weiterverarbeitung beim Kunden. Umso wichtiger ist es, dass der gesamte Ausgabeprozess zuverlässig funktioniert – von der Kanalwahl bis zur Zustellung. Wer von ECC auf die SAP Cloud ERP wechselt, sollte dabei einige wesentliche Änderungen kennen.

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Ausgabekanäle: Von E-Mail bis Peppol

Der Standardkanal bleibt die E-Mail: HTML-Text im Body, PDF-Rechnung im Anhang, optional ergänzt um weitere Dokumente. Die SAP Cloud ERP unterstützt hier flexible, regelbasierte Templates statt starrer Textbausteine. Anhänge lassen sich abhängig von Kriterien automatisch ergänzen – etwa AGB, technische Dokumente oder Zertifikate.

Für den Druck steht der Cloud Print Manager zur Verfügung, um Ausgaben an lokale Drucker weiterzuleiten. Das ist vor allem in hybriden Szenarien relevant, in denen nicht alle Empfänger digital angebunden sind.

Im elektronischen Datenaustausch setzt die SAP Cloud ERP klar auf moderne Standards. Native Unterstützung gibt es für Formate wie Peppol, XRechnung oder ZUGFeRD über SAP Document and Reporting Compliance (DRC) – in der Praxis und in Fiori-Apps oft noch unter dem historischen Namen ‚eDocument‘ zu finden. Klassische IDoc-basierte EDI-Szenarien sind weiterhin möglich, sollten jedoch nicht „gewaltsam“ über das neue Output Management abgebildet werden. Für reine IDoc-Kommunikation empfiehlt sich – je nach Systemlandschaft – der Einsatz etablierter Schnittstellen oder Integrationskomponenten wie SAP AIF.

Und das Fax? Technisch weiterhin möglich – etwa über „E-Mail-to-Fax“-Dienste oder angebundene Output-Management-Systeme. Praktisch sollte der Umstieg in die Cloud aber als Chance genutzt werden, analoge Kanäle konsequent abzulösen.

Von NAST zu Output Management: Was sich funktional ändert

Viele kennen aus ECC die Nachrichtensteuerung über NAST. In der SAP Cloud ERP kommt stattdessen das neue S/4HANA Output Management zum Einsatz. Das bringt einige wesentliche Unterschiede mit sich.

  • Regelwerk und Logik

Statt Konditionstechnik und individueller ABAP-Logik arbeitet das neue Output Management mit der Fiori-App ‚Ausgabeparameterfindung‘. In den dahinterliegenden Entscheidungstabellen (die technisch auf BRF+ basieren) sind alle Kriterien – etwa Belegart, Partnerrolle oder Land – in einer Matrix für Key User klar nachvollziehbar. Das erhöht die Transparenz und macht versteckte Sonderlogiken überflüssig.

  • Massenverarbeitung und Fakturajob

Im klassischen Szenario wurden Ausgaben häufig über technische Reports wie RSNAST00 oder VF31 angestoßen. Fehler landeten im Spool – und mussten dort analysiert werden.

In der SAP Cloud ERP erfolgt das Scheduling app-basiert. Die Ausgabe ist vom Speichervorgang entkoppelt („Fire & Forget“): Ist ein Kanal temporär nicht verfügbar, wird die Ausgabe im Hintergrund wiederholt. Gleichzeitig ermöglicht eine zentrale Fiori-App („Ausgabepositionen verwalten“) ein direktes Monitoring mit Statusanzeige am Beleg. Das reduziert manuelle Nacharbeit deutlich.

  • E-Mail-Versand und Inhalte

Früher dominierten starre Textbausteine (z. B. SO10) und entwicklungsbasierte Anhänge. Heute stehen moderne HTML-Templates im Vordergrund, die Key User zentral über die Fiori-App ‚E-Mail-Vorlagen pflegen‘ verwalten. Hier lassen sich Systemvariablen wie Belegnummern oder Kundennamen einfügen und regelbasierte Erweiterungen definieren. Das erleichtert die Pflege im Arbeitsalltag enorm – ganz ohne tiefgreifende Entwicklungskenntnisse.

Knorr-Bremse Logo

CONSILIO hat uns beim Redesign der SAP-SD-Prozesse und der technischen Umsetzung optimal unterstützt.

Andreas Meinzer, Leiter Business Process Services Knorr-Bremse IT Services GmbH
  • Der Showstopper: Formulartechnologie

Der größte Unterschied liegt bei den Formularen.

Im klassischen NAST-Umfeld wurden SAPscript, SmartForms und Adobe Forms unterstützt. In der SAP Cloud ERP ist ausschließlich Adobe Forms (Adobe LiveCycle Designer) vorgesehen.

Das hat direkte Konsequenzen: Bestehende SAPscript- oder SmartForms-Layouts lassen sich nicht einfach übernehmen. Ein Wechsel auf das neue Output Management bedeutet in der Regel eine Neuentwicklung der Formulare. Das ist kein Detail, sondern ein relevanter Projekt- und Kostenfaktor – insbesondere bei komplexen, international genutzten Rechnungsformularen.

Gleichzeitig bringt Adobe Forms Vorteile: modernes Layouting, bessere PDF-Unterstützung und eine einheitliche Technologie für alle Ausgabeszenarien.

  • EDI und Integration: API-First statt klassischem Medium 6

Im alten Modell war das IDoc (Medium 6) direkt in der Nachrichtensteuerung verankert. In der SAP Cloud ERP rückt die serviceorientierte Architektur in den Fokus: Der Ausgabekanal ‚EDI‘ triggert hier standardisierte SOAP- oder OData-APIs anstelle klassischer tRFC-Verbindungen. Die eigentliche Konvertierung und externe Kommunikation übernimmt dann eine Middleware – klassischerweise die SAP Integration Suite. Das SAP Application Interface Framework (AIF) dient dabei als zentrales Message Dashboard für das Monitoring der API-Nachrichten direkt in S/4HANA.

Für Unternehmen bedeutet das: Die Integration von EDI-Konvertern oder Drittsystemen verändert sich grundlegend. Die Architektur folgt nun strikt dem Cloud-Prinzip: standardisiert, API-basiert und nahtlos über definierte Schnittstellen erweiterbar.

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Fazit: Smart Invoicing heißt bewusst modernisieren

Smart Invoicing in der SAP Cloud ERP ist mehr als ein neuer Versandmechanismus. Es ist ein durchgängiger Ansatz für digitale, regelbasierte und überwachte Rechnungsprozesse.

Unternehmen profitieren von:

  • transparenten Entscheidungsregeln

  • stabiler, asynchroner Verarbeitung

  • zentralem Monitoring

  • nativer Unterstützung moderner E-Invoicing-Standards

Gleichzeitig erfordert der Umstieg saubere Planung – insbesondere bei Formularen und bestehenden EDI-Schnittstellen. Wer die Migration jedoch nicht als technische Pflicht, sondern als Chance zur Prozessmodernisierung versteht, legt den Grundstein für eine zukunftssichere Rechnungsabwicklung in der Cloud.

Nicolas Voll

Wer Rechnungen als strategischen Touchpoint begreift, schöpft das volle Potenzial eines durchgängig digitalen und regelbasierten Ausgabeprozesses aus.

Nicolas Voll, Senior SAP Sales Consultant CONSILIO GmbH Kontakt aufnehmen