Im Jahr 2015 haben sich 197 Länder, darunter auch Deutschland und die EU, darauf geeinigt, die durch menschliches Handeln verursachte Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Die EU hat sich als langfristiges Ziel gesetzt, bis 2050 eine netto Null Treibhausgas-Emission und in den darauffolgenden Jahren eine negative Emission zu erreichen. Als Zwischenziel wurde dafür eine Emissionsminderung von 40 % - 55 % im Vergleich zu 1990 für das Jahr 2030 festgelegt.

Das Greenhouse Gas Protocol bezeichnet einen Standard zur Bilanzierung von Treibhausgasen. Dieser Corporate-Standard stellt eine Methode dar, die Unternehmen, Regierungen und andere Organisationen dabei unterstützt, ihre Emissionen zu messen und transparent darzustellen. Das Greenhouse Gas Protocol stellt damit die Grundlage für die Berechnung und Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen dar.
Unter Scope 1 fallen alle direkten Emissionen, die ein Unternehmen durch eigene Aktivitäten verursacht. Das betrifft insbesondere Emissionen, die innerhalb des Unternehmensstandorts entstehen – etwa durch den Einsatz fossiler Brennstoffe. Dazu zählen:
Diese Emissionen entstehen also direkt durch den Verbrauch von Primärenergieträgern im eigenen Betrieb – und sind damit vollständig dem Unternehmen zurechenbar.

Scope 2 umfasst indirekte Treibhausgas-Emissionen, die durch den Energieverbrauch eines Unternehmens entstehen – genauer gesagt: durch die Erzeugung der zugekauften Energie, wie Strom oder Fernwärme, die außerhalb des Unternehmens produziert wird.
Typische Quellen für Scope-2-Emissionen sind:
Diese Emissionen entstehen zwar nicht direkt im Unternehmen, sind aber unmittelbare Folge des eigenen Energieverbrauchs – und daher ebenso relevant für die CO₂-Bilanz.
Scope 3 erfasst alle indirekten Emissionen, die zwar im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens stehen, aber nicht durch eigene oder zugekaufte Energie verursacht werden.
Diese Emissionen entstehen entlang der Wertschöpfungskette und werden in vorgelagert (beispielsweise bei Lieferanten) und nachgelagert (beispielsweise bei Kunden oder Entsorgungsdienstleistern) unterteilt. Die Aufteilung in diese zwei Bereiche dient der besseren Nachvollziehbarkeit in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Typische Beispiele für Scope-3-Emissionen sind:
Da Scope 3 den mit Abstand größten und komplexesten Bereich abbildet, stellt er Unternehmen oft vor besondere Herausforderungen in der Datenerhebung und -bewertung.

Um die Scopes aus dem Greenhouse Gas Protocol gerecht zu werden, benötigen Unternehmen digitale Lösungen, die sie dabei unterstützen Umwelt- und Emissionsdaten präzise, konsistent und nachvollziehbar zu erfassen. Mit dem Green Ledger bietet SAP eine Lösung, die ökologische Kennzahlen systematisch in die betriebswirtschaftliche Systemlandschaft integriert und unterstützt so die Skalierbarkeit, Standardisierung und Vertrauenswürdigkeit der CO2-Daten in der gesamten Lieferkette.
Im ersten Schritt werden auf Basis von Materialbewegungen und Einzelpostenbuchungen die relevanten CO₂-Daten erfasst und aggregiert. Diese Informationen werden anschließend strukturiert zugeordnet, validiert und konsolidiert, sodass daraus auswertbare Emissionsbilanzen entstehen. Das Ergebnis ist ein integriertes Green-Ledger-Dashboard, das einen transparenten Überblick über die Emissionsauswirkungen im gesamten Unternehmen ermöglicht.
Was das Green Ledger besonders macht, ist seine tiefgreifende Integration in die betriebswirtschaftliche Systemlandschaft. CO₂- und Finanzdaten werden gemeinsam auf Transaktionsebene erfasst, wodurch eine direkte Verknüpfung von Emissionen mit Kosten, Umsätzen und Prozessen möglich wird. Unternehmen können so Scope-1-, -2- und -3-Emissionen im Kontext finanzwirtschaftlicher Kennzahlen analysieren, abstimmen und prognostizieren.
Die Standardisierung nach Prinzipien der Finanzbuchhaltung sorgt für Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit. Das Green Ledger orientiert sich dabei an aktuellen regulatorischen Anforderungen, insbesondere der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie den Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB). Es unterstützt so nicht nur das Reporting, sondern auch die Compliance und interne Steuerung.
Ein besonderer Mehrwert: Die CO₂-Daten lassen sich in Tabellen und Diagrammen visualisieren, um sie über die reine Berichtspflicht hinaus strategisch zu nutzen. Unternehmen erhalten damit eine Grundlage, um emissionsintensive Prozesse zu identifizieren, Klimaziele zu definieren und Fortschritte zu messen.
Die Kombination aus ökologischer Transparenz und betriebswirtschaftlicher Tiefe schafft die Voraussetzung für datenbasierte Entscheidungen, die Nachhaltigkeit und Rentabilität in Einklang bringen – sei es durch Kostensenkungspotenziale, Umsatzsteigerung oder eine nachhaltigere Wertschöpfung.

Die Bilanzierung der CO2-Emissionen erfolgt im Green Ledger nach dem gleichen Prinzip und Ablauf wie im Hauptbuch für die Finanzbuchhaltung (General Ledger). Auch hier gibt es einen Beleg, der die Emissionen erfasst hat, dieser wird dann ins Hauptbuch, in diesem Fall das Green Ledger, übertragen. Das führt schlussendlich dazu, dass das Green Ledger eine eigene Bilanz, die CO2-Bilanz hat. Diese CO2-Bilanz kann anschließend zur Berichterstattung genutzt werden.

Das SAP Green Ledger bietet Unternehmen eine effektive Möglichkeit, den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocol gerecht zu werden. CO2-relevante Daten werden direkt im laufenden Geschäftsbetrieb erfasst und neben finanziellen Kennzahlen, die zur Erstellung der Bilanz notwendig sind, erfasst und bilanziert. Dadurch lässt sich die CO2-Bilanzierung nahtlos in bestehende Prozesse integrieren und die Erstellung eines Nachhaltigkeitsbericht verursacht nur Zusatzaufwand.
Neben der Berichterstattungspflicht, die einige Unternehmen inzwischen haben, unterstützt das Green Ledger Unternehmen auch bei der Steuerung interner Nachhaltigkeitsziele. Unternehmen können so Emissionen transparent nachvollziehen, Maßnahmen ableiten und ihre Ziele kontinuierlich anpassen und weiterentwickeln.